Deutschlands erstes Sauerteig-Hotel: Hier macht dein Starter Urlaub
Alle Sauerteig-Fans aufgepasst: Jetzt musst du deinen geliebten Starter vor dem Urlaub nicht mehr an Freunde oder Nachbarn „auslagern“. Was hinter der kreativen Idee steckt, erfährst du hier.
Wer regelmäßig mit Sauerteig backt, kennt das Problem: Der Starter will gepflegt und gefüttert werden – auch dann, wenn wir am Strand liegen. Aber wer kümmert sich um den Starter, während wir im Urlaub sind? In Kiel gibt es darauf jetzt eine charmante Antwort.
Erstes Sauerteig-Hotel in Deutschland
Bäckermeister David Schöne eröffnet in seiner Brotbäckerei nach eigenen Angaben Deutschlands erstes Sauerteig-Hotel. Das „The Grand Dough“ klingt nach Luxusurlaub für Teigkulturen – tatsächlich ist es ein Holzregal in der Backstube. Dort ist Platz für 15 Gläser mit Sauerteig. Die Betreuung kostet für eine Woche 20 Euro, jede weitere Woche 10 Euro.
Er selbst sagt, er habe in Deutschland kein vergleichbares Angebot entdeckt. Tatsächlich gibt es dieses Konzept bereits bei einigen Bäckereien in Stockholm oder der Schweiz.
So funktioniert das Sauerteig-Hotel
Die Idee ist so einfach wie genial: Hobbybäcker geben ihren aktiven Sauerteigstarter während des Urlaubs in professionelle Hände. Dort werden Herbert, Berta, Brot Pitt und Co. von Bäckermeister Schöne regelmäßig gefüttert und gepflegt, sodass er nach der Reise backbereit wieder abgeholt werden kann.
Gerade in der warmen Jahreszeit ist die Versorgung entscheidend – ohne regelmäßige Auffrischung kippt der Starter schnell oder verliert an Triebkraft. Das „Sauerteighotel“ schließt damit eine echte Lücke für alle, die ihr Brot am liebsten selbst backen.
Warum Sauerteig so viel Pflege braucht
Ein Sauerteigstarter besteht aus Mehl und Wasser – und aus wilden Hefen sowie Milchsäurebakterien, die für Aroma und Fluffigkeit sorgen. Damit diese Mikroorganismen aktiv bleiben, muss der Starter regelmäßig „gefüttert“, also mit frischem Mehl und Wasser versorgt werden. Im Falle eines Urlaubs würde das dann die Kieler Bäckerei für dich übernehmen.
Mit diesen 6 Tipps zum perfekten Sauerteig-Starter
Mit diesen Tipps gelingt dir der Trend vom eigenen Sauerteigbrot ganz einfach – mit oder ohne Hotelaufenthalt für den Starter:
1. Das richtige Gefäß verwenden
Setze den Starter in einem ausreichend großen Glas (ca. 1 Liter) an, damit er genug Platz zum Aufgehen hat. Lege den Deckel nur locker auf und schraube ihn nicht fest zu, damit die Gärgase entweichen können.
2. Warm und zugfrei ruhen lassen
Der Ansatz sollte bei Raumtemperatur etwa 24 Stunden ruhen. Wärme fördert die Aktivität der natürlichen Hefen und Milchsäurebakterien, die sich aus Mehl und Umgebung entwickeln.
3. Täglich füttern – Geduld haben
An den Tagen zwei bis fünf wird jeweils erneut Mehl und Wasser untergerührt. Dieses regelmäßige „Füttern“ ist entscheidend, damit sich eine stabile Mikroorganismen-Kultur entwickeln kann.
4. Auf die richtigen Reifezeichen achten
Ein fertiger Starter bildet sichtbare Blasen, riecht angenehm säuerlich und hat eine locker-luftige Konsistenz. Der Geruch sollte frisch-säuerlich, nicht unangenehm oder faulig sein.
5. Die passende Mehlsorte wählen
Grundsätzlich eignen sich Roggen-, Weizen- oder Dinkelmehl. Roggen gärt meist langsamer, Weizen etwas schneller – wichtig ist vor allem, dass du beim Füttern konsequent bleibst.
6. Starter richtig weiterverwenden und pflegen
Ein Teil des fertigen Sauerteigs wird als sogenanntes „Anstellgut“ im Kühlschrank aufbewahrt und dient künftig als Basis für neue Brotteige. Richtig gepflegt bleibt diese Kultur über lange Zeit aktiv und gewinnt sogar an Aroma.
Ein gut gepflegter Sauerteig-Starter kann euch jahrzehntelang begleiten. Solange er regelmäßig gefüttert und richtig gelagert wird, bleibt die Mikroorganismen-Kultur aktiv. Berühmt ist ein Starter aus Kanada, der seit über 120 Jahren weitergegeben und immer wieder neu angesetzt wurde. Kein Wunder also, dass viele ihrem Sauerteig-Starter einen eigenen Namen geben – schließlich ist er ein eigener lebender Organismus. Sauerteig ist damit nicht nur Backzutat, sondern manchmal sogar ein echtes Familienerbe.













