Enttäuschende Ergebnisse

Olivenöl im Test: Nach Stiftung Warentest nun auch Öko‑Test mit ernüchterndem Fazit

Jetzt bestätigt auch Öko-Test die Zweifel an Olivenöl-Qualität: Ein gutes Olivenöl gehört in jede Küche – doch aktuelle Testergebnisse zeigen, dass Etikettenangaben allein kein Qualitätsversprechen sind. Worauf solltest du also beim Kauf achten?

Frau im Supermarkt vergleicht Olivenölflaschen und liest das Etikett in der Öl-Abteilung.
Nach dem Ergebnis von Stiftung Warentest und Öko-Test schauen wir beim Olivenöl genauer hin. Foto: IMAGO / Zoonar II
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Zu Beginn des Jahres zog die Stiftung Warentest ein durchwachsenes Fazit. Nur wenige Produkte konnten überzeugen, die Mehrheit landete im Mittelfeld. Acht von 25 getesteten Olivenölen erhielten sogar die Note „mangelhaft“ – entweder wegen sensorischer Fehler wie ranzigem Geschmack oder aufgrund erhöhter Schadstoffbelastungen. Besonders überraschend: Darunter befanden sich auch Öle, die im Jahr 2025 noch positiv bewertet worden waren.

Nun legt auch Öko-Test aktuelle Ergebnisse vor – mit ebenfalls ernüchternder Bilanz: Nur zwei von 30 getesteten nativen Olivenölen extra erhielten die Bestnote „sehr gut“.

Die aktuellen Tests machen deutlich: Begriffe wie „nativ“, „extra“ oder „kaltgepresst“ sind kein verlässlicher Garant für Spitzenqualität. Als Ökotrophologin schockieren mich diese Ergebnisse besonders, denn viele Verbraucherinnen und Verbraucher verlassen sich auf genau diese Bezeichnungen.

Wir zeigen dir, welche Olivenöle in den aktuellen Tests überzeugen konnten – und worauf du beim Kauf wirklich achten solltest.

Diese Olivenöle schneiden im Öko-Test am besten ab

Für den Test hat Ökotest insgesamt 30 Olivenöle der höchsten Qualitätsstufe „nativ extra“ untersucht – darunter Produkte aus Supermärkten, Discountern und dem Bio-Sortiment. Die Preise reichten von günstigen Eigenmarken bis hin zu hochpreisigen Markenölen. Im Fokus standen neben der sensorischen Qualität vor allem die Laboranalysen auf Pestizidrückstände und Mineralölbestandteile. Zusätzlich wurde überprüft, ob die Produkte die gesetzlichen Anforderungen für „nativ extra“ überhaupt erfüllen. Die wenigen Testsieger sind leider die Ausnahme.

Als Testsieger mit der Bestnote „sehr gut“ schneiden 2026 diese beiden Olivenöle ab:

  • Rapunzel Bio Olivenöl nativ extra, überzeugt mit sehr guten Laborwerten und einwandfreier sensorischer Qualität

  • Aldi Bio Olivenöl nativ extra, punktet als günstiges Discounter-Produkt mit geringer Schadstoffbelastung und solidem Geschmack

Viele Olivenöle fallen im Öko-Test durch – Pestizide und Mineralöl im Fokus

Der Blick auf viele andere Flaschen im Regal sorgt allerdings für Ernüchterung: Gleich mehrere Olivenöle kassieren im Test ein „mangelhaft“ oder sogar „ungenügend“. Der Hauptgrund? Öko‑Test weist in zahlreichen Proben Mehrfachrückstände von Pestiziden nach – teilweise sogar in Bio‑Ölen.

Besonders kritisch sehen die Prüfer die Mischung verschiedener Wirkstoffe, deren mögliche Wechselwirkungen bislang kaum erforscht sind. Außerdem finden sich in fast allen getesteten Ölen Mineralölbestandteile. Und auch geschmacklich überzeugt nicht jedes Produkt: Ranzige oder stichige Noten führen dazu, dass einige Öle die Anforderungen an ein „nativ extra“ eigentlich nicht erfüllen. Heißt unterm Strich: Weder ein hoher Preis noch ein Bio‑Siegel sind automatisch ein Garant für Top‑Qualität.

Diese Testsieger lohnen sich laut Stiftung Warentest

Insgesamt empfiehlt Stiftung Warentest nur 4 von 25 getesteten Produkten, die jeweils die Note „gut“ erhalten haben. Ein „sehr gut“ vergibt die Stiftung Warentest in diesem Jahr gar nicht. Kein Produkt konnte die höchsten Qualitätsanforderungen erfüllen.

Getestet wurden ausschließlich Olivenöle der höchsten Güteklasse nativ extra und kaltgepresst. Die Auswahl umfasste Produkte aus bekannten Supermarktketten, Discountern sowie Bio-Sortimente – mit einer Preisspanne von rund 8 bis etwa 54 Euro pro Liter.

Als „gute“ Testsieger landen 2026 diese beiden Olivenöle auf Platz 1:

  • Cillo Mono Natives Olivenöl extra Coratina, circa 54 Euro pro Liter

  • Alnatura Bio-Olivenöl nativ extra, circa 14 Euro pro Liter.

Knapp hinter den Testsiegern platzieren sich noch

  • Mitos Griechisches biologisches natives Olivenöl extra, circa 18 Euro pro Liter

  • Bertolli Originale Natives Olivenöl extra, circa 13,50 Euro pro Liter.

Angesichts dessen, dass einige Olivenöle im Test hohe Preise von bis zu 50 Euro pro Liter erreichen, bleiben die Produkte von Alnatura und Bertolli immerhin im unteren bis mittleren Segment und damit eine durchaus erschwingliche Wahl für den Alltag.

Sie zeigen, dass gute Qualität nicht teuer sein muss – unter 10 Euro pro Liter ist hochwertiges Olivenöl aber offenbar kaum zu bekommen.

ALDI-Olivenöle enttäuschen: Note „mangelhaft“

Auffällig sind in diesem Jahr die Ergebnisse der getesteten Olivenöle von ALDI. Sowohl das Bio-Olivenöl der Eigenmarke als auch das Produkt der Marke Bellasan werden aktuell mit „mangelhaft“ bewertet. Als Grund nennt die Stiftung Warentest unter anderem sensorische Auffälligkeiten, darunter ein ranziger Geschmack, der nicht den Anforderungen der Güteklasse „nativ extra“ entspricht.

Auffällig ist der Vergleich zum Vorjahr: Beide Öle schnitten damals noch mit der Note „gut“ ab. Der aktuelle Test zeigt damit, wie stark die Qualität einzelner Produkte schwanken kann (z.B. durch Lieferanten-Wechsel) und wie wichtig regelmäßige unabhängige Prüfungen für Verbraucher:innen sind!

Alle Ergebnisse im Detail gibt's bei Stiftung Warentest.

Woran erkennt man ein gutes Olivenöl – auch ohne Test?

Ganz unabhängig vom neuesten Olivenöl-Test gibt es verschiedene EU-Siegel, die dir beim Einkauf eines richtig guten Olivenöls helfen. Achte auf Siegel mit folgender Bezeichnung:

  • Geschützte Ursprungsbezeichnung: Das Öl stammt vollständig aus einer definierten Region.

  • Geschützte geografische Angabe: Ein Olivenöl stammt aus einer bestimmten Region und zumindest ein wichtiger Produktionsschritt ist dort erfolgt.

  • EU-Bio-Siegel: Garantiert ökologischen Anbau ohne chemische Pestizide.

Darum ist Olivenöl so gesund (wenn die Qualität stimmt)

Nur hochwertige, naturbelassene Olivenöle enthalten wertvolle Begleitstoffe wie sekundäre Pflanzenstoffe, die Geschmack, Haltbarkeit und den ernährungsphysiologischen Nutzen positiv beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielt dabei auch die Ölsäure – eine einfach ungesättigte Fettsäure, die als günstig für die Herzgesundheit gilt und entzündungsregulierende Eigenschaften haben kann.

Damit diese positiven Effekte erhalten bleiben, sollte kaltgepresstes Olivenöl möglichst nicht stark erhitzt werden. Besonders gut eignet es sich daher für die kalte Küche, etwa für Dressings oder zum Verfeinern von Speisen.

Gleichzeitig zeigt der aktuelle Check von Stiftung Warentest, wie wichtig die Gesamtqualität eines Öls ist: Hochwertige Inhaltsstoffe nützen wenig, wenn das Produkt gleichzeitig mit Schadstoffen belastet ist.

Gerade bei empfindlichen Lebensmitteln wie Olivenöl lohnt es sich, genau hinzusehen und Qualität regelmäßig zu überprüfen.

So unterscheiden sich natives und raffiniertes Olivenöl

Im Handel gibt es eine große Auswahl an Olivenölen – der wichtigste Unterschied liegt in der Herstellung. Grundsätzlich wird zwischen raffinierten und nativen, kaltgepressten Olivenölen unterschieden. Beide Verfahren wirken sich deutlich auf Geschmack, Qualität und Inhaltsstoffe aus.

Natives, kaltgepresstes Olivenöl

Natives Olivenöl wird rein mechanisch und besonders schonend hergestellt, ohne starke Hitzeeinwirkung. Dadurch bleiben natürliche Aromastoffe und gesunde sekundäre Pflanzenstoffe weitgehend erhalten.

Typische Merkmale:

  • fruchtiger, leicht bitterer Geschmack

  • bei „nativ extra“ sensorisch (im besten Fall) fehlerfrei

  • ideal für die kalte Küche, wie Salate

Raffiniertes Olivenöl

Raffinierte Olivenöle werden nach der Pressung zusätzlich industriell verarbeitet. Dabei kommen unter anderem Hitze zum Einsatz, Das sorgt für eine längere Haltbarkeit und ein neutrales Aroma, kann aber auch zu einem Verlust wertvoller Inhaltsstoffe führen.

Typische Merkmale:

  • neutraler Geschmack

  • längere Haltbarkeit

  • geringerer Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen

  • gut geeignet zum Braten, da hitzestabiler