Eierlikör selber machen – supersüffig wie von Oma
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Du brauchst nur fünf Zutaten, um klassischen Eierlikör selber zu machen: Eigelb für die Cremigkeit und Farbe, Puderzucker und Vanille für die Süße, Kondensmilch, damit der Eierlikör süffig wird, und Rum für den Schwipps.
Alle Zutaten werden schonend über dem Wasserbad aufgeschlagen. Es dauert nicht mal 15 Minuten und dein schaumig-dicker Eierlikör ist in der Flasche. Durch die Dampfbehandlung bleibt er rund 4 Wochen frisch – vorausgesetzt, er überlebt überhaupt so lange.
Denn selbst gemachter Eierlikör ist so lecker, dass sich danach alle die Finger lecken! Ich persönlich schlürfe meinen Cremelikör am liebsten pur aus Schoko-Waffelbechern zum Kaffee wie es typisch in belgischen Cafés ist. Aber auch für Kuchen, in Cocktails oder auf Eiscreme ist Eierlikör als Zutat eine Wucht.
Unser Rezept ergibt ca. 850 Milliliter Eierlikör – perfekt für zwei kleine 500-ml-Flaschen. Eine für dich, eine zum Verschenken als Geschenk aus der Küche.
Zutaten
8 frische Eigelb (Gr. M)
1 Pck. Bourbon-Vanillezucker
250 g Puderzucker
350 ml Kondensmilch (10 % Fett)
250 ml weißer Rum
Zubereitung
Die Eigelbe und den Vanillezucker in einer Metallschüssel verrühren. Nach und nach Puderzucker, Kondensmilch und Rum unterrühren.
Die Mischung mit den Schneebesen des Rührgerätes über dem heißen Wasserbad bei mittlerer Hitze ca. 6 Minuten dickcremig bis zum Rand aufschlagen, bis sich Bläschen bilden. Dabei sollte die Metallschüssel das Wasser nicht berühren! Der Likör darf maximal eine Temperatur von 70 °C erreichen, sonst stockt das Ei.
Warmen Eierlikör mit Hilfe eines Trichters in Flaschen mit weitem Hals füllen und gut verschließen.
Nährwerte
- 1416 kcal
- 28 g Eiweiß
- 43 g Fett
- 155 g Kohlenhydrate
Konsistenz nach Geschmack
Ich mag meinen Eierlikör dickflüssig, aber trotzdem noch trinkbar. An diese Konsistenz lehnt sich auch das Rezept oben an.
Nimmst du Sahne statt Kondensmilch, brauchst du davon etwas mehr (ca. 400 ml statt 350 ml). Weil Sahne mehr Fett und weniger Wasser enthält, macht sie den Eierlikör dickflüssiger und milder im Geschmack.
Bevorzugst du Eierlikör zum Löffeln, kannst du die Flüssigkeitsmenge insgesamt verringern. Noch puddingartiger wird dein Eierlikör mit größerem Eigelb (Gr. L statt M). Denk aber daran, dass die Konsistenz später beim Abkühlen ohnehin noch fester wird.
5 SOS-Tipps für deinen Eierlikör
Eierlikör wird klumpig: Die Wasserbad war zu heiß oder du hast nicht kräftig genug gerührt. Beim nächsten Mal kannst du die Temperatur mit einem Küchenthermometer kontrollieren (< 70 °C). Den klumpigen Eierlikör kannst du retten, indem du ihn durch ein Küchensieb streichst und ggf. noch mals über dem warmen Wasserbad aufrührst.
Eierlikör gerinnt: Das kann die gleichen Gründe haben wie oben. Achte darauf, dass die Eier Raumtemperatur haben, bevor du sie trennst. Ist das Eigelb kälter als die anderen Zutaten, kann die Emulsion krisselig werden. Es hilft auch hier, den geronnenen Eierlkör durch ein Sieb zu streichen und nochmals kurz aufzurühren.
Eierlikör ist zu flüssig: Keine Sorge, beim Abkühlen dickt der Eierlikör noch etwas ein und wird fester. Ist der Eierlikör viel zu flüssig, kannst du ihn etwas länger über dem Wasserbad rühren und die Masse so nach Belieben einreduzieren.
Eierlikör ist zu fest: Rühr nach Geschmack einen Schluck Milch bzw. Sahne oder Alkohol unter. Ist der fertige Eierlikör zu fest, schüttelst du die Flasche, um ihn wieder cremig und trinkbar zu machen. Auch nachträglich kannst du noch Flüssigkeit zugeben. Daher die Flasche beim Abfüllen nie ganz voll machen!
Eierlikör schmeckt zu spritig: Beim Abschmecken ist dir der Eierlikör zu alkohollastig? Füge in der Zubereitung Sahne hinzu. Die hat mehr Fett und mildert den Alkohol besser ab als Milch. Rühr die Mischung dann weiter gut auf, um sie auf gewünschte Konsistenz „einzukochen“.
Der richtige Alkohol für Eierlikör
Du kannst grundsätzlich jeden klaren Alkohol für deinen Eierlikör nehmen, der dir schmeckt. Folgende Eierlikör-Spirituosen sind beliebt:
Doppelkorn: recht neutral
Wodka: mild bis lieblich
Weißer Rum: süßlich-kräftig
Für ca. 1 Liter Eierlikör mit 8 Eigelben kannst du mit 200–250 ml Alkohol (38 % Vol.) rechnen. Hat die Spirituose mehr Umdrehungen – etwa bei Weingeist – reichen 100–150 ml Alkohol. Der Eierlikör wird dann entsprechend fester. Perfekt, wenn du Eierlikör in Pudding-Qualität magst!
Der Alkohol macht also ungefähr ein Viertel der Gesamtmenge aus. Da lohnt es sich, in eine gute Qualität zu investieren und nicht den billigsten Fusel zu nehmen. Hochwertiger Korn, Wodka oder Rum „entschärfen“ den Eierlikör und machen ihn auch pur zu einem milden Genuss.
So lange ist selbst gemachter Eierlikör haltbar
Der Alkohol (mind. 38 % Vol.) sorgt trotz roher Eier für eine gute Haltbarkeit deines selbst gemachten Eierlikörs. Luftdicht verschlossen hält er sich bei kühler Lagerung mindestens 3 Wochen. Zum Vergleich: Gekaufter Eierlikör ist ungeöffnet ca. 12 Monate gut und sollte nach dem Öffnen innerhalb von 6 Monaten verbraucht werden.
Wichtig ist, dass du bei der Zubereitung sauber arbeitest und nicht am Alkohol sparst. Auch die Eier müssen frisch sein. Die Zubereitung mit Wasserdampf unterstützt zusätzlich die Haltbarkeit des selbst gemachten Eierlikörs.
Tipp: Fülle den Likör am besten in kleine Flaschen. So bleiben keine angebrochenen Reste zurück. Außerdem kannst du ihn so prima an deine Liebsten verschenken!
Daran erkennst du verdorbenen Eierlikör
Dass dein selbst gemachter Eierlikör in der geöffneten Flasche schlecht geworden ist, erkennst du am besten am Geruch. Stinkt er nach faulen Eiern, säuerlich oder muffig, ist er verdorben und sollte entsorgt werden. Gleiches gilt, wenn sich oben Schimmel oder Gärungsbläschen bilden.
Kein Zeichen für verdorbenen Eierlikör ist dagegen ein orangefarbener Rand am Flaschenhals. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um abgesetztes „Eiöl“ vom Eidotter. Schüttel den Likör einfach nochmal kräftig durch, dann verbindet sich das Eigelb wieder mit den anderen Zutaten und der Eierlikör wird cremig wie zuvor.
Mehr Eierlikör-Varianten entdecken
Eierlikör ohne Kochen: Wenn es schnell gehen musst, kannst du die Zutaten aufschlagen, ohne sie überm Wasserbad zu erhitzen. Der Turbo-Eierlikör sollte dann aber möglichst innerhalb von 1 Woche verbraucht werden.
Eierlikör ohne Alkohol: Alkoholfreier Eierlikör besteht nur aus Eigelb, Zucker und Sahne. Um den Likör gehaltvoller zu machen, kannst du weiße Schokolade in der aufgeschlagenen warmen Mischung schmelzen.
Eierlikör ohne Eier: Einen veganen Eierlikör-Verschnitt stellst du aus deinem liebsten Pflanzendrink, Alkohol und Vanillepuddingpulver her. Alles im Mixer aufschäumen und nach Belieben mit einer Prise Kurkuma für die gelbe Färbung mischen.
Eierlikör mit Aromen: Verfeinern kannst du deine Eierlikörmischung schon beim Kochen nach Belieben mit frisch ausgekratztem Vanillemark, geriebener Tonkabohne, gemahlenem Zimt oder fruchtigen Bio-Orangenzesten. Danach kurz durch ein Sieb streichen.
Eierlikör aus dem Thermomix: Küchenmaschinen mit Kochfunktion sind prädestiniert, um Eierlikör selber zu machen. Die Temperatur lässt sich zuverlässig bei 70 Grad halten und nach ca. 8 Minuten ist der Likör fertig.
Mix mit deinem Eierlikör Cocktails!
Dein hausgemachter Eierlikör ist nicht nur pur köstlich. Du kannst damit auch cremige Cocktails mischen. Zu Weihnachten und im Winter sind beispielsweise Bombardino, Eggspresso Martini oder Hot Eggnogg beliebt.
Steigen die Temperaturen dann Richtung Frühling mixen wir den Eierlikör an Ostern gerne als Bowle mit exotischen Fruchtsäften oder spritzig als Limo.
Back- & Dessert-Ideen mit Eierlikör
Selbst gemachter Eierlikör macht auch Kuchen, Torten und anderes Gebäck sofort saftiger. Und auch Eierlikör-Desserts haben die Lizenz zum Glücklichmachen. Zur Inspiration kommen hier ein paar Ideen, wie schnell und vielseitig du deinen Eierlikör weiterverarbeiten kannst.
Warum ist hausgemachter Eierlikör besser als gekaufter?
Selbst gemachter Eierlikör schmeckt so viel besser als der gekaufte aus dem Supermarkt! Neben ganz viel Liebe landen schließlich nur die besten Zutaten drin. Dabei bestimmst du selbst, wie süß, sämig oder „spritig“ dein Likörchen sein soll.
Bei gekauftem Eierlikör hast du keine Kontrolle darüber, aus welcher Haltungsklasse die Eier kommen. Um den Preis zu drücken, setzen hier viele Hersteller auf die günstigeren Eier aus Bodenhaltung. Zugunsten des Tierwohls kannst du beim selbst gemachten Eierlikör zu den hochwertigeren Bio-Eiern aus Freilandhaltung greifen.
Nicht zuletzt ist dein hausgemachter Eierlikör frei von künstlichen Zusatzstoffen und Aromen. Wenn du wie ich laktoseintolerant bist, kannst du hier außerdem direkt zu laktosefreier Kondensmilch greifen und deinen Likör ohne Allergene genießen.
Wieso kommt nur Eigelb in den Eierlikör?
Eigelb enthält ein natürliches Bindemittel namens Lecithin. Das ist wichtig, damit sich alle Zutaten zu einer homogenen Masse verbinden. Das Eiklar besteht hauptsächlich aus Wasser und würde die Emulsion mit der fetthaltigen Kondensmilch oder Sahne eher stören. Der Eierlikör würde dann nicht so cremig und vollmundig werden, wie du ihn von Oma kennst.
Deshalb werden die Eier für Eierlikör getrennt. Das übrige Eiweiß kannst du etwa zu Baisermasse aufschlagen, in dein Frühstücksomelette geben oder zur späteren Verwendung einfrieren. Mehr praktische Ideen, um das Eiweiß-Reste zu verbrauchen, haben wir hier für dich gesammelt.
Wie frisch muss das Eigelb sein?
Je frischer das Ei ist, umso geringer ist das Risiko von Salmonellen im Eierlikör. In Rezepten für Eierlikör steht daher immer, dass nur „frisches“ Eigelb rein darf.
Aber wie frisch ist „frisch“? Gemeint ist damit, dass die Eier nach Legedatum maximal 10 Tage alt sein dürfen. Hier gibt das Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Eierkarton Auskunft. Denn das MHD für Eier liegt immer bei 28 Tagen nach dem Legedatum.
Hast du die Eierpackung schon entsorgt und bist unsicher, wann du die Eier gekauft hast, hilft die klassische Eier-Schwimmprobe als Frische-Test. Wenn sich das Ei im Wasserglas aufrichtet, ist es bereits über 14 Tage alt und damit nicht mehr frisch genug für Eierlikör. Bleibt es am Boden des Glases liegen, ist es frisch.























