Schädliche PFAS im Trinkwasser: Diese Wasserfilter helfen
Stichproben haben ergeben, dass das Trinkwasser in Deutschland vielerorts mit gesundheitsschädlichen Chemikalien, sogenannten PFAS, belastet ist. Diese Wasserfilter können helfen.
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Viel Wasser zu trinken, gilt eigentlich als gesund. Umso erschreckender, was der BUND bei einer deutschlandweiten Trinkwasserprobe herausgefunden hat: In 42 von 46 Wasserproben sind PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) enthalten. Dabei handelt es sich um sogenannte Ewigkeits-Chemikalien, die sich im Körper anreichern und der Gesundheit schaden können.
Das Wasser vor dem Verzehr zu filtern, kann eine Lösung sein. Doch nicht alle Arten von Wasserfiltern helfen wirklich. Wir zeigen dir, welche Filtermethode gegen die Chemikalien ankommt und worauf du beim Kauf eines Wasserfilters achten solltest.
PFAS aus dem Trinkwasser filtern
Um PFAS aus dem Wasser zu filtern, gibt es verschiedene Methoden. Als besonders effektiv gelten Umkehrosmose-Anlagen. Sie filtern bis zu 99 % aller Schadstoffe – darunter auch Kalk, Schwermetalle, Medikamentenrückstände, Chlor und Mikroplastik – mit hohem Druck durch eine extrem feine Membran.
Doch die Methode hat auch Nachteile. Eine solche Anlage benötigt Platz, muss regelmäßig gewartet werden und ist nicht gerade günstig. Hinzu kommt: Für einen Liter gefiltertes Wasser entstehen, je nach Modell, oft bis zu drei Liter Abwasser.
Zudem werden nicht nur Schadstoffe, sondern auch gesunde Mineralien wie Calcium und Magnesium herausgefiltert. Viele Geräte arbeiten deshalb mit Remineralisierung.
Auch Aktivkohlefilter entfernen viele PFAS aus dem Wasser, allerdings vor allem langkettige wie PFOA (Perfluoroctansäure) und PFOS (Perfluoroctansulfonsäure). Sie sind weniger effektiv als Umkehrosmose-Anlagen, dafür aber relativ günstig und einfach in der Handhabung.
Das Wasser läuft dabei durch einen Filter aus feinen Kohle-Partikeln. Die Poren der Aktivkohle wirken wie winzige Schwämme und ziehen dabei die Schadstoffe aus dem Wasser. Allerdings werden sie mit der Zeit „voll“ und müssen regelmäßig gewechselt werden.
Aktivkohlefilter können, wie Umkehrosmose-Filter, direkt am Wasserhahn verbaut werden. Unkomplizierter ist eine Karaffe mit eingebautem Filter.
Eine weitere Möglichkeit sind Ionenaustauscher. Dabei läuft das Wasser durch ein spezielles Harz mit geladenen Teilchen (Ionen). Manche unerwünschte Stoffe – zum Beispiel Kalk, Schwermetalle oder bestimmte PFAS – werden dabei gegen harmlose Stoffe wie Natrium oder Kalium ausgetauscht und bleiben im Harz zurück. Auch die Filterharze müssen regelmäßig erneuert werden.
Ionenaustauscher werden vor allem bei der professionellen Wasseraufbereitung eingesetzt. Die meisten Wasserfilter für den Haushalt nutzen sowohl das Prinzip von Ionenaustausch als auch die Filterung durch Aktivkohle.
So gelangen PFAS ins Trinkwasser
PFAS wirken fett-, wasser- und schmutzabweisend und werden deshalb insbesondere bei der Herstellung von antihaftbeschichteten Pfannen, Outdoor-Textilien, Teppichen, aber auch Pestiziden und Kältemitteln genutzt.
Aufgrund ihrer chemischen Stabilität können sie in der Umwelt kaum abgebaut werden und gelangen so bis ins Grundwasser. Deshalb sind auch einige Mineralwassersorten PFAS-belastet, wie der BUND berichtet.
Ab Januar 2026 und 2028 werden neue PFAS-Grenzwerte eingeführt. Diese zukünftigen Grenzwerte wurden im aktuellen Trinkwassertest in gleich drei Regionen überschritten: in Zeuthen (Brandenburg), Ludwigslust und Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern). Vermutlich stammen die erhöhten Konzentrationen aus dem früheren Einsatz von PFAS-haltigem Feuerlöschschaum.
Folgen für die Gesundheit
Nicht nur über Trinkwasser nehmen wir PFAS in den Körper auf. Auch Lebensmittel sind belastet. Eine BUND-Untersuchung aus dem Sommer 2025 ermittelte insbesondere in Fisch, Innereien und Hühnereiern aus Hobbyhaltungen erhöhte Konzentrationen.
Bereits 2021 stellte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fest, dass die täglich aufgenommene PFAS-Menge bei einigen Bevölkerungsgruppen über dem gesundheitlich kritischen Wert liegt. Laut BfR könne eine Beeinträchtigung des Immunsystems nicht ausgeschlossen werden.
Außerdem stehen PFAS im Verdacht, Leberschäden zu verursachen und die Entstehung von Krebs zu begünstigen sowie den Hormonhaushalt negativ beeinflussen zu können. Der BUND fordert daher eine EU-weite und umfassende PFAS-Beschränkung.


















