Ziemlich kuhl

Precision Milk im Test – wie schmeckt die neue Milchalternative?

In unserem Test punktet die Precision Milk aus "Die Höhle der Löwen" durch ihre Cremigkeit. Aber geschmacklich überzeugt die laktosefreie Milchalternative vor allem im Kaffee.

Eine rosa Küchenfläche, auf der ein Glas mit Precision Milk, ein Glas mit Milchkaffee und aufgeschäumter Precision Milk und eine Flasche der Precision Milk stehen.
Vegan ist sie nicht, aber schmeckt die Precision Milk besser als rein pflanzliche Milchalternativen? Foto: LECKER @ Bauer Media Group / Nicole Molitor
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Ich bin laktoseintolerant und immer auf der Suche nach einer Milchalternative, die mehr nach klassischer Kuhmilch schmeckt als Pflanzendrinks aus Hafer, Soja, Mandeln, Reis, Kartoffeln oder Erbsen. Genau das verspricht die Precision Milk des Münchner Start-ups Precision Labs. Stimmt das? Ich teste das neue Wunder am Milch-Firmament.

Was ist das Besondere an Precision Milk?

Precision Milk vereint das Beste aus tierischer und pflanzlicher „Milch“: Sie soll schmecken und schäumen wie echte Kuhmilch und so nachhaltig und ballaststoffreich wie Pflanzendrinks sein. Mit diesem Versprechen hat die neue „Milchrevolution“ für Furore im Staffel-Finale von „Die Höhle der Löwen“ (2025) gesorgt.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Pflanzenalternativen hat die Precision Milk einen winzigen tierischen Anteil von 3% Milcheiweiß. Dadurch ist sie nicht vegan, aber zumindest laktosefrei.

Die Vorteile: weniger Zucker, mehr Nährstoffe

Wozu braucht es eine tierische Milchalternative, habe ich mich gefragt. Die Antwort: Precision Milk hat ein besseres Nährstoffprofil als klassische Kuhmilch.

Durch den hohen Pflanzen-Anteil von Zichorienwurzel-Fasern enthält die Precision Milk im Unterschied zu normaler Milch Ballaststoffe. Die sind gut für die Verdauung und Darmgesundheit. Zudem stecken mehr Vitamine, Calcium und Mineralstoffe drin. Das macht sie reichhaltiger und einen Tacken gesünder, wenn man so will.

Nährwerte der Precision Milk im Split Screen mit den Nährwerten von Vollmilch
Die Precision Milk hat weniger Fett als Vollmilch und überzeugt mit positiven Nährwerten. Foto: LECKER @ Bauer Media Group / Nicole Molitor

Vor allem aber ist 4-mal weniger Zucker in der Precision Milk! Sie ist außerdem kalorienärmer als Milch und hat ein vorteilhafteres Fettsäureverhältnis. Statt Milchfett, das den Cholesterinspiegel ungünstig hebt, setzen die Macher der Milchalternative auf Rapsöl. Das ist zwar nicht das hochwertigste Fett, hat aber mehr ungesättigte Fettsäuren und ist immerhin regional.

Im Vergleich zu reinen Pflanzendrinks wie der Alpro Not Milk oder der Oatly Hafer-Barista-Edition ist die Precision Milk ballaststoff- und proteinreicher. In Sachen Kalorien ist sie etwas gehaltvoller als der Haferdrink, dafür aber ein besserer Calcium-Lieferant.

Nährwerte der Alpro Not Milk im Vergleich zur Oatly Barista Edition  als Split-Screen-Darstellung
Vegane Pflanzendrinks (Alpro Not Milk & Oatly Barista Edition) haben weniger Ballaststoffe und Eiweiß als die Precision Milk. Foto: LECKER @ Bauer Media Group / Nicole Molitor

Der Geschmack: dezent und vollmundig

Im Test zeigt sich, was auch die Blindverkostung unter der „Die Höhle der Löwen“-Jury ergeben hat: Precision Milk schmeckt nicht wie Milch. Aber ich finde, sie kommt dem Geschmack echter Kuhmilch näher, als es Hafer-, Mandel- oder Sojadrinks tun. 

Getestet habe ich die Precision Milk mit 3,5% Fett. Im Abgang schmeckt sie leicht ölig. Kein Wunder, schließlich ist Öl statt Milchfett drin. Außerdem ist sie säuerlicher als Milch. Ich trinke gerne Latte Macchiato und muss hier mehr nachsüßen als sonst bei meiner laktosefreien Milch.

Links: Cremiger Milchschaum aus dem elektrischen Milchaufschäumer wird in ein Glas gegossen; rechts: Topshot auf den dichten Milchschaum im Glas
Die Precision Milk lässt den Traum vom Schaum definitiv wahr werden! Foto: LECKER @ Bauer Media Group / Nicole Molitor

Ich bin positiv überrascht, wie cremig die Precision Milk ist. Das liegt mitunter an den aufgelösten Pflanzenwurzeln. Ich habe beim Trinken ein volles Mundgefühl und bilde mir ein, dass schneller ein Sättigungseffekt eintritt – auch durch die enthaltenen Ballaststoffe.

Super gefällt mir, dass sich die Precision Milk schaumig aufschlagen lässt und das sowohl kalt als auch warm. Hier macht sich das Milchprotein bezahlt. Anders als bei den meisten Pflanzendrinks ist der Schaum hier dicht und fluffig wie bei klassischer Vollmilch. Selbst beim Angießen von Kaffee bleibt der Milchschaum standfest.

Mein Fazit: Im Kaffee top, im Müsli flop

Die Precision Milk ist super für kalorienbewusste Coffeeholics mit Laktoseintoleranz. Im Milchkaffee fällt der dezente Eigengeschmack der pflanzenbetonten Milchalternative kaum auf – insbesondere, wenn du die Precision Milch vorher erwärmst oder heiß aufschäumst. 

Weniger empfehlen würde ich die Precision Milk pur oder mit Müsli. Gerade die Variante mit 3,5% Fett ist sehr üppig. Ein ganzes Glas oder eine Schüssel davon wäre mir eindeutig zu viel. In geringen Mengen, etwa als Kaffeeweißer, ist die Milchalternative aber gut verträglich und angenehm dezent.

Hier kannst du die laktosefreie Milchalternative kaufen

Aktuell gibt’s die Precision Milk nur im Shop auf der Herstellerseite von Precision Food zu kaufen. Sie kostet 2,80 Euro pro Liter. Ein stolzer Preis, dafür, dass sie weder vegan noch bio ist. Lohnt sich aber, wenn du eine tier- und umweltfreundlichere Barista-Milchalternative ohne störenden Hafer-Geschmack suchst.

Zurzeit arbeiten die Hersteller übrigens an einer High-Protein-Version der Precision Milk. Statt wie aktuell nur drei Prozent soll die dann fünf Prozent Milcheiweiß enthalten. Also mehr Kuh. Wobei im Hintergrund bereits an einer komplett tierfreien Variante gearbeitet wird, die bio-chemisch mittels Präzisionsfermentation möglich sein soll.

Ich bin gespannt. Soll es für dich in der Zwischenzeit eine vegane Milchalternative mit wenig Eigengeschmack sein, kann ich dir den Barista-Kartoffeldrink von Dug ans Herz legen.