7 günstige Aldi-Produkte zu Top-Markenqualität
Hinter vielen Eigenmarken von Aldi stecken bekannte Hersteller wie Iglo, Leibniz oder Funny-frisch. Ich habe den Markttest gemacht und die sieben besten Marken-Zwillinge zum Sparen mitgebracht.
In den Aldi-Regalen schlummern jede Menge Markenprodukte. Sie werden vom selben Hersteller produziert und häufig nur unter anderem Namen verkauft. Dazu zählen viele Eigenmarken wie Milsani, Choceur oder All Seasons bei Aldi (Süd und Nord).
In Summe hat Aldi die meisten Food-Eigenmarken überhaupt. Und die besten. Bei Lebensmittel-Tests von Stiftung Warentest und Öko-Test werden die vermeintlichen No-name-Produkte von Aldi häufig besser bewertet als die teure Markenware.
Top 7: Diese Aldi-Produkte haben Markenqualität
Ich wollte es genauer wissen und habe mich in meinem Aldi umgeschaut. Bei diesen sieben Eigenmarken-Produkten war ich echt überrascht, welche Markenhersteller dahinter stecken. Und wie viel ich sparen kann, wenn ich ab jetzt direkt zum Marken-Zwilling greife.
1. Goldähren Buttertoast vs. Golden Toast
Ich bin ein Fan von dem buttrigen Weizentoast der Aldi-Eigenmarke Goldähren. Die Konsistenz ist softer als beim typischen Golden Toast Buttertoast. Das mag ich nicht, weil es schon pur und ungetoastet viel zu fest für ein saftiges Sandwich ist.

Umso erstaunter war ich, dass mein geliebter Goldähren Buttertoast in Wahrheit vom selben Hersteller kommt! Dass sich die Toastbrot-Zwillinge trotzdem so in Konsistenz und Aroma unterscheiden, liegt an der leicht abgewandelten Rezeptur.
Ins Golden Toast Markenprodukt kommt weniger geschmackgebende Butter und dafür fast doppelt so viel Zucker wie in mein Lieblingstoast von Goldähren. Und das kostet mich locker 50 Cent weniger!
2. Biscotto Butterkeks Classic vs. Leibniz
In meiner Kindheit gab es nur den Leibniz Butterkeks von Bahlsen. Aldi hat aber nun schon lange einen eigenen Butterkeks im Sortiment. Der kommt von der Eigenmarke Biscotto – beziehungsweise ebenfalls von Bahlsen. Im Unterschied zum Original hat der Classic-Butterkeks von Aldi aber nur 44 statt der berühmten 52 Zähne.

In meinem Aldi stehen die Marken-Zwillinge gleich nebeneinander im Regal. Der Clou: Die Biscotto-Butterkekse gibt’s im Doppelpack für den identischen Preis wie das einsame Leibniz-Butterkeks-Päckchen daneben. Du sparst hier also die Hälfte mit der Eigenmarke!
Auch in diesem Dupes-Fall gibt’s kleine Rezeptunterschiede. Das Original von Leibniz hat ein bisschen weniger Zucker und dafür mehr Salz. Das Aldi-Pendant ist reicher an Ballaststoffen. Es enthält kein Ei und ist ein bisschen trockener, weil im Verhältnis mehr Mehl als Butter drin ist.
3. Sun Snacks Peanut Flips vs. Funny-frisch
Die Peanut Flips der Aldi-Eigenmarke Sun Snacks kommt aus derselben Fabrik wie die Funny-frisch Erdnuss Flippies. Nährwerttechnisch tun sich die beiden Maissnack-Zwillinge nicht viel. Auffällig ist nur, dass im Original von Funny-frisch mehr Zucker und dafür weniger Fett drin ist.

Künstliche Geschmacksverstärker oder tierische Produkte enthält keiner der Erdnuss-Flip-Zwillinge. Allerdings ist bei der günstige Discounter-Ersatz der Gehalt an Erdnusskernen höher. Das ist die teuerste Zutat. Trotzdem kostet das Aldi-Produkt mehr als halb so wenig.
Die Peanut Flips von Sun Snacks werden in der 200-g-Tüte angeboten. Das teure Original dagegen enthält nur noch 150 g und wurde von der Verbraucherzentrale Hamburg 2025 wegen Shrinkflation zur Mogelpackung ernannt. Bei weniger Inhalt hat der Markenhersteller den Preis hier einfach erhöht – nicht aber bei Aldi!
4. Milsani Joghurt Crisp vs. Müller
Milsani ist die Aldi-Eigenmarke für Milchprodukte. Dahinter verbergen sich pro Produktkategorie gleich mehrere bekannte Marken. Bei Milsani-Butter ist es Meggle und bei Milsani-Frischkäse in der Regel Arla oder Milram. Am spannendsten finde ich aber den Milsani-Joghurt. Der kommt nämlich von der Molkerei Müller.

Super sparen kannst du so etwa bei Aldi mit dem Milsani Joghurt Crisp. Er ist im Grunde identisch mit dem Müller Joghurt mit der Ecke. Geschmacklich unterscheiden sich beide Joghurt-Snacks kaum voneinander. Beim Discounter-Joghurt hast du im Verhältnis aber mehr Topping „in der Ecke“ (10,3 statt 8 % bei den „Schoko-Balls“).
Insgesamt kriegst du beim Milsani-Crisp-Joghurt mehr für weniger Geld. Hier kostet die 175-g-Packung gerade mal 45 Cent. Der „echte“ Joghurt mit der Ecke daneben ist doppelt so teuer und hat nur 150 g Inhalt.
5. All Seasons Rahm-Spinat vs. Iglo
Für eine Portion „Blubb“ lohnt sich der Gang zum Discounter. Unter der Eigenmarke All Seasons führt Aldi unter anderem TK-Gemüse. Darunter sind Vertreter von berühmten Marken. Der Rahm-Spinat von All Seasons ist beispielsweise vom Hersteller Iglo.

Im meinem Aldi sind die zwei Spinatzubereitungen Nachbarn im Tiefkühlregal. Sie unterscheiden sich auf den ersten Blick nur durch die Packungsgröße (450 g von Aldi und 750 g von Iglo) – und den Preis. Mit dem No-name-Rahm-Spinat sparst du über 1 Euro und hast genauso viel „Blubb“ (je 8% Sahne).
Was man nicht sieht: Öko-Test hat beim Original von Iglo gefährliche Pestizid-Rückstände festgestellt. Gleiches gilt für die Konkurrenz von Frosta. Dagegen erhielt der All Seasons Rahm-Spinat von Aldi die Note „sehr gut“. Billig kann also durchaus besser sein!
6. King‘s Crown Erbsen mit Möhren vs. Bonduelle
Neben All Seasons hat Aldi noch eine weitere Eigenmarke für Konserven: King’s Crown. Hier kann ich die Erbsen mit Möhren empfehlen. Dahinter versteckt sich niemand geringerer als die Markengröße Bonduelle.

Die feine Auslese von Erbsen mit Möhren gibt‘s von beiden Anbietern in 800-g-Dosen erhältlich. Das Abtropfgewicht ist jeweils mit 530 g deckungsgleich. Sie weichen scheinbar nur durch eine mehr oder weniger süße Abgießflüssigkeit voneinander ab. Bonduelle hilft hier geschmacklich mit mehr Zucker und Salz nach.
Für den Markennamen zahlst du bei der Bonduelle-Dose drauf. Bei Rewe beispielsweise 1,10 Euro. Das gilt jeweils für alle verschiedenen Dosengrößen.
7. Choceur Schoko-Küsse vs. Storck
Die Schoko-Küsse der Eigenmarke Choceur gibt’s bei Aldi als Mini- und Riesenvariante. Beide Schaumkuss-Typen sind Marken-Dupes von Storck Dickmann‘s. Der Markengigant steht neben Choceur auch hinter Moser Roth – der Aldi-Premium-Eigenmarke für feinste Schokolade, die im Öko-Test sogar Lindt schlägt.

In einer Packung Mini-Schokoküsse von Choceur sind 8 Stück mehr als bei den Mini-Dickmann’s. Wenn du wie ich damit einen Geburtstagskuchen backen willst, kommt es auf jeden einzelnen Schaumkuss an. Für mein Lieblingsrezept (siehe unten) brauche ich 30 Stück, das geht mit Dickmann’s beispielsweise gar nicht auf.
Weil die Marken-Zwillinge absolut identisch schmecken, entscheidet der Preis. Das Storck Mini Dickmann’s Schoko Trio (200 g) kostet bei Rewe etwa 2,29 Euro. Aldi fordert für die 66 g mehr Inhalt nur 20 Cent Aufschlag. Das liegt relativ nah beieinander.
Wieso gibt es beim Discounter Marken-Zwillinge?
Indem sie ihr Markenprodukt noch einmal unter anderem Namen und zu günstigeren Konditionen anbieten, machen die Hersteller mehr Absatz und sichern ihren Grundumsatz. Sie können die Produktionskapazitäten voll ausnutzen und bei der Logistik sparen, indem sie mehr von ihrem Produkt an ein und denselben Händler (z. B. Aldi) verkaufen.
Für das No-name-Produkt fallen keine Extra-Werbekosten an. Das läuft als Nebengeschäft mit. Plus: Markenhersteller erschließen sich über den Discounter eine weitere Zielgruppe. Am Ende können sie also nur profitieren. Weil das ein bisschen dubios wirkt, sprechen die wenigsten Hersteller offen über ihre Doppelrolle.
Verschleiert wird die identische Herkunft der Marken-Zwillinge oft durch eine leicht angepasste Rezeptur. Dabei zeigt das Beispiel „Rahm-Spinat von Iglo versus All Seasons“, dass Discounter-Produkte oft die bessere Qualität haben. Weil sie im Fokus der Öffentlichkeit stehen, ist die Lebensmittelkontrolle hier extra scharf. Fehltritte werden da weniger akzeptiert als bei großen Marken.










