Öko-Test prüft Speisesalz: Viele Salze mit umstrittenen Zusatzstoffen

Beim Kauf von Speisesalz lohnt es sich näher hinzuschauen, denn aktuelle Testergebnisse von Öko-Test zeigen, dass viele Produkte umstrittene Zusatzstoffe enthalten. Welche dennoch überzeugen konnten und was du noch über Salz wissen solltest.

Ein Salzstreuer liegt umgekippt auf einem Hoztisch. Einige Salzkörner sind dabei heruasgerieselt.
Testsieger und Kritik: Das sagt Öko-Test zu Speisesalz. Foto: LECKER @ Bauer Media Group
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Ob fürs Nudelwasser, zum Backen oder als Finish zum Abrunden - Salz gehört zu den Basics in unserem Küchenalltag. Öko-Test hat nun 20 jodierte Speisesalze im Labor getestet und überraschende Ergebnisse geteilt.

Die Preise der getesteten Salze lagen für 500 g zwischen günstigen 29 Cent und knapp 20 Euro - ein typisches Preisspektrum im Supermarktregal. Neben Jodgehalt und zugesetztem Fluorid standen auch Schadstoffe wie Arsen und PFAS im Fokus der Analyse.

Ergebnis: Nur 5 der 20 getesteten Speisesalze kommen ganz ohne Zusatzstoffe aus und erhalten die Bestnote „sehr gut“.

Testsieger bei Öko-Test: Diese Salze schneiden sehr gut ab

Besonders überzeugen konnten diese beiden Produkte:

  • Alnatura Meersalz mit Jod, circa 0,99 Euro pro 500 g

  • Rapunzel feines Meersalz mit jodhaltigen Algen, circa 2,79 Euro pro 500 g

Beide Salze enthalten keine umstrittenen Rieselhilfen und liefern gleichzeitig wichtiges Jod.

Gute Nachrichten gibt es auch für Fans klassischer Marken: Viele herkömmliche Jodsalze schneiden im Test mit „gut“ ab, darunter das Bad Reichenhaller Alpen Jodsalz (0,85 Euro pro 500 g) oder das Ja! Jodsalz mit Fluorid von Rewe (circa 0,29 Euro pro 500 g). Für den Alltag sind sie eine solide Wahl.

Umstrittene Stoffe in Salzen: Das kritisiert Öko-Test

Der größte Kritikpunkt im Test sind Zusatzstoffe. Die überwiegende Mehrheit der geprüften Salze enthalten beispielsweise die Rieselhilfe E 535 (Natriumferrocyanid). Sie sorgt dafür, dass Salz nicht klumpt - das ist zwar erlaubt, der synthetische Stoff wird von Öko-Test aber vorsorglich und im Sinne transparenter Verbraucherinformation kritisch gesehen.

Besonders auffällig: Ausgerechnet ein Bio-Produkt, das Naturata Atlantik Meersalz mit jodhaltigen Algen, wies einen erhöhten Arsengehalt auf und wurde deshalb deutlich abgewertet. Ein gewisser Gehalt an Arsen ist bei Algenprodukten häufig gegeben, da Algen dazu neigen, es aus dem Meerwasser anzureichern. Eine langfristige Aufnahme ist jedoch gesundheitlich bedenklich, daher empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den Verzehr von Meeresalgenprodukten auf etwa ein Gramm pro Tag zu begrenzen.

Positiv: PFAS, also besonders problematische Industriechemikalien, wurden in keinem der getesteten Salze nachgewiesen.

Tipp: Salz ohne Klumpen

Ein einfacher, natürlicher Trick hält Salz ganz ohne chemische Rieselhilfen locker: Gib ein paar rohe Reiskörner in den Salzstreuer. Sie nehmen überschüssige Feuchtigkeit auf und sorgen dafür, dass das Salz nicht klumpt.

Fazit: Beim Salzkauf lohnt sich der Blick auf Inhaltsstoffe, insbesondere auf Rieselhilfen und mögliche Schadstoffe. Mit den Testsiegern aus dem aktuellen Öko-Test bist du gut beraten!

Welches Salz nehme ich wofür?

Salz ist nicht gleich Salz - das zeigen nicht nur die aktuellen Ergebnisse von Öko-Test. Tatsächlich gibt es nämlich auch eine große Vielfalt an unterschiedlichen Salzsorten. Je nach Gericht und Verwendungszweck eignet sich mal die eine, mal die andere besser:

Salzsorten im Überlick

Sorte

Geschmack

Verwendung

Speisesalz

Fein gemahlen, enthält oft Jod, manchmal auch Fluorid. Neutraler Geschmack.

Alltägliche Koch- und Backzwecke, z. b. für Nudelwasser, Suppen, Soßen, Kuchen und Gebäck.

Steinsalz

Meist etwas gröber. Milder Geschmack.

Für Salzmühlen geeignet. Ideal für Salzkrusten, Fleisch und Fisch. Auch für Gemüse oder Bratkartoffeln gut geeignet.

Meersalz

Oft grobkörnig. Enthält natürliche Mineralstoffe und schmeckt daher leicht aromatisch.

Für Salzmühlen geeignet. Zum Kochen oder als Finish auf Salaten und Gemüse. Grobe Körnung sorgt für angenehmen leichten Crunch.

Fleur de Sel

Das edelste Meersalz. Flocken sind leicht, knusprig und aromatisch mit einer milden Mineralnote.

Nicht so gut zum Kochen geeignet, eher ein „Finish-Salz“: roh über fertige Gerichte streuen, z. B. Salate, gegrilltes Gemüse, Fleisch oder Fisch.

Himalaya-Salz

Rosa Salz aus den Salzbergen Pakistans. Mild, leicht mineralisch im Geschmack, enthält Spuren von Eisen, Magnesium und Kalium.

Für Salzmühlen geeignet. Gut als Topping für Fleisch, Gemüse oder Salate.

Rauchsalz

Kann grob oder fein sein. Wird über Holz geräuchert und enthält dadurch kräftiges, rauchiges Aroma.

Besonders gut zu herzhaften Gerichten wie Gegrilltes, Pfannengerichte oder Ofengemüse. Verleiht veganen und vegetarischen Gerichten Tiefe.

Kräutersalz

Feines oder grobkörniges Salz, kombiniert mit getrockneten Kräutern und Gewürzen. Je nach Mischung leicht würzig, aromatisch oder pikant.

Perfekt für Ofengemüse, Kartoffeln, Quark, Dips oder schnelle Alltagsküche.

Maldon-Salz

Flache, pyramidenförmige Flocken. Zerfällt auf der Zunge, intensiver Salzgeschmack.

Hauptsächlich zum Drüberstreuen auf Fleisch, Fisch, Gemüse oder Salaten.

Kala Namak

Grob- oder feinkörniges indisches Mineralsalz. Hellgrau bis beige. Intensiver, schwefeliger Duft und Geschmack, der stark an gekochte Eier erinnert.

Wird oft in der veganen Küche verwendet, um Gerichten einen Ei-Geschmack zu verleihen, z. B. veganer Rührtofu, veganes Ei-Salat-Dressing oder Tofu-Omeletts.

Selbstgemachtes Salz - extra Geschmack für deine Küche

Kräutersalz oder aromatische Salzmischungen lassen sich auch ganz einfach selber machen! Das bringt extra Geschmack in deine Gerichte und ist obendrein noch ein schönes Geschenk aus der Küche:

Welches ist das gesündeste Salz?

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist die Antwort recht klar: jodiertes Speisesalz. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt es ausdrücklich, da viele Menschen in Deutschland sonst zu wenig Jod aufnehmen - Jod ist sehr wichtig für unsere Schilddrüsenfunktion. Zwar nehmen wir über bestimmte Nahrungsmittel wie Fisch, Milch und Eier auch etwas Jod auf, diese decken unseren Bedarf jedoch oft nicht ausreichend.

Aber: Auch das beste Salz sollte sparsam verwendet werden. Die DGE empfiehlt maximal 6 Gramm Salz pro Tag, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sogar nur 5 Gramm für Erwachsene.Viele Menschen überschreiten diesen Wert jedoch - oft unbewusst über verarbeitete Lebensmittel wie Brot, Käse, Wurst oder Snacks.

Salzalternativen: Geschmack ohne Nachsalzen

Wenn du deinen Salzkonsum reduzieren willst, aber trotzdem Geschmack ins Essen bringen möchtest, gibt es viele einfache und natürliche Alternativen::

  • Kräuter verleihen dem Gericht Aroma: Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Koriander, Thymian, Rosmarin.

  • Gewürze für mehr Tiefe: Paprika, Chili, Pfeffer, Kurkuma, Kreuzkümmel, Ingwer, Knoblauchpulver

  • Säure hebt Aromen hervor, ähnlich wie Salz: Zitronensaft über Salate, Tomaten oder Fisch; Balsamico zu Ofengemüse.

  • Umami- oder Würzaromen aus Gemüse: Knoblauch, Zwiebeln, Sellerie, Tomaten, Pilze. Rösten oder karamellisieren verstärkt die Süße und Würze. Super für Suppen, Eintöpfe und Saucen.