Im Supermarkt-Check

Streukäse-Test: Discounter-Käse schlägt Bio-Marke

Wie gut ist fertig geriebener Emmentaler aus dem Supermarkt? Genau das wollte der SWR „Marktcheck“ wissen und hat fünf bekannte Produkte getestet. Mit überraschendem Ergebnis.

Eine Packung geriebener Emmentaler neben einer Packung mit Emmentaler am Stück
Am Stück oder aus der Tüte? Wenn es schnell gehen soll, landet oft der fertig geriebener Käse im Einkaufswagen. Foto: LECKER @ Bauer Media Group
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Ob für Pizza, Auflauf oder Gratins – geriebener Emmentaler findet sich als schnelle Lösung in vielen Kühlschränken. Aber wie gut ist der Käse aus dem Supermarkt wirklich? Der SWR Marktcheck hat fünf Sorten geriebenen Emmentaler aus Supermarkt und Discounter getestet. Die große Überraschung: Ein günstiger Discounter-Käse landet auf dem Siegerpodest.

Diese Käse wurden getestet

Für den Test standen folgende Produkte auf dem Prüfstand:

  • „Ja!“ (Rewe)

  • „Gut & Günstig“ (Edeka)

  • Milsani (Aldi)

  • Milbona (Lidl)

  • Bio-Reibekäse von Alnatura

Preislich liegen die vier Kontrahenten dicht beieinander. Sie kosten zwischen 72 und 75 Cent pro 100 Gramm. Der Bio-Käse von Alnatura sticht aber deutlich heraus: mehr als doppelt so teuer – rund 1,66 Euro pro 100 Gramm.

Viele Keime im Reibekäse: Das sagt der Laborcheck

Geriebener Käse gilt als empfindlich und kann, wenn er nicht richtig gekühlt wird, schnell verderben. Deswegen wurden alle fünf Sorten von einem unabhängigen Labor auf Bakterien, Schimmel und Co. untersucht.

Die gute Nachricht: In keiner Probe wurden problematische Keime wie Salmonellen oder E. coli nachgewiesen. Voraussetzung bleibt aber, dass der Käse im Kühlschrank richtig gelagert wird und nicht zu lange geöffnet ist, bevor er verarbeitet wird.

Ein Blick aufs Kleingedruckte: Zusatzstoffe und Salz

Ein Blick auf die Zutatenlisten zeigt: Bei den vier konventionellen Käseprodukten kommt Stärke als Trennmittel zum Einsatz. Die sorgt dafür, dass der Käse nicht verklumpt. Die Ernährungswissenschaftlerin Antonia Brandstädter von der Verbraucherzentrale stuft das für die meisten Menschen zwar als unkritisch ein, gibt aber auch zu bedenken, dass Stärke eine „hochverarbeitete Zutat“ ist.

Nur der Alnatura Bio-Reibekäse kommt ohne Stärke aus – enthält im Vergleich allerdings am meisten Salz: 1,2 Gramm pro 100 Gramm. Die anderen Sorten liegen zwischen 0,5 und 1 Gramm. Wer also auf seinen Salzkonsum achtet, sollte die Angaben vergleichen und bei anderen Komponenten im Menü eventuell Salz sparen.

Geschmackstest: Ein klarer Gewinner

Am Ende ist natürlich entscheided, wie der Käse schmeckt und sich beim Überbacken verhält. Für den Praxistest wurde beim Marktcheck der Käse in einem französischen Bistro über kleine Kartoffelaufläufe gestreut. Die Kriterien: Wird der Käse beim Überbacken außen knusprig und bleibt innen cremig, bringt er schöne Fäden und Geschmack?

Das Ergebnis des Geschmacktests ist eindeutig:

  1. Milbona (Lidl) – überzeugt mit würzig-nussigem Geschmack, schönen Fäden und ist sowohl knusprig als auch cremig.

  2. Alnatura Bio-Emmentaler – mild, optisch top, gute Konsistenz.

  3. Edeka „Gut & Günstig“ – ebenfalls mild, zieht schöne Fäden.

  4. Aldi Milsani – knusprig, aber weniger cremig.

  5. Rewe „Ja!“ – fällt geschmacklich deutlich ab, wirkt gummiartig.

Fazit: Preis-Leistungssieger kommt vom Discounter

Wer hätte das gedacht, gerade der preiswerte Milbona-Käse von Lidl überzeugt im Test am meisten – und das nicht nur im Geschmackstest, sondern auch beim Salzgehalt. Dennoch gilt: geriebenen Käse gut verschlossen im Kühlschrank lagern, möglichst rasch verbrauchen oder alternativ doch Käse am Stück kaufen und frisch reiben.

Das sagt Stiftung Warentest zu Tütenkäse

Auch die Stiftung Warentest hat einen Test zu geriebenem Käse veröffentlicht – mit rund 40 Produkten war die Testreihe noch umfangreicher als die von Marktcheck. Das Fazit: in dem Labortest wurden bei drei Viertel der geriebenen Käseproben Mängel in der mikrobiologischen Qualität festgestellt – von Clostridien über Coliforme bis zu zum Teil sogar Schimmel. Die große Oberfläche von fertig geriebenem Käse stellt auch ein größeres Risiko für Verderb und Qualitätsverlust dar.

Besonders kritisch, Keime oder ein muffiger Geruch fallen meist erst beim Öffnen der Packung auf. Zudem schmeckten viele Produkte am Ende der Haltbarkeit einfach nicht mehr frisch sondern laut Käseexperten eher „muffig“ oder „ranzig“.

Wer also Wert auf Frische legt und auf Nummer sicher gehen möchte, reibt Emmentaler und Co. besser selbst. Zwar ist das etwas aufwendiger, aber das Aroma und die Hygiene profitieren.